Das Prozessverhalten des Beklagten im Zivilprozess
In diesem Beitrag lernst Du, welche Handlungsoptionen ein Beklagter im Zivilprozess hat und wie er auf eine Klage reagieren kann. Von der Passivität, die zu einem Versäumnisurteil führt, über das Anerkenntnis der Klage bis hin zu aktiven Verteidigungsmöglichkeiten wie dem Klageabweisungsantrag, der Aufrechnung oder der Widerklage – hier bekommst Du einen Überblick über die prozessualen Strategien des Beklagten. Beispiele im Text veranschaulichen dabei die Bedeutung der einzelnen Reaktionsmöglichkeiten.
Die Möglichkeiten des Beklagten auf die Klage zu reagieren, sind vielfältig. Er kann den Kopf in den Sand stecken und überhaupt nichts tun. In diesem Fall ergeht Versäumnisurteil (hierzu Rn. 268 ff.). Der Beklagte kann auch aktiv den Rechtsstreit beenden, indem er den prozessualen Anspruch des Klägers anerkennt. Dann ergeht Anerkenntnisurteil (hierzu Rn. 207 ff.). In beiden Fällen gewinnt der Kläger auf ganzer Linie. Der Beklagte kann außerdem versuchen, sich mit dem Kläger in dieser Phase noch gütlich zu einigen. Für einen Prozessvergleich braucht er allerdings die Mitwirkung des Klägers. Schließlich kann der Beklagte den Ehrgeiz entwickeln, die Klage zu Fall zu bringen. Für diese Art der Verteidigung stehen ihm im Wesentlichen drei prozessuale Möglichkeiten zur Verfügung. Diese sind der Klageabweisungsantrag, die Aufrechnung sowie die Widerklage.